Fast jeder Betrieb, den wir übernehmen, hat Backups. Und bei einem guten Teil davon stellt sich beim ersten Test heraus, dass sie nicht zurückzuspielen sind.
Das ist kein Vorwurf. Backup einzurichten ist einfach, und danach meldet sich nie wieder jemand, solange es nichts zu melden gibt. Genau darin liegt das Problem: Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung.
Die 3-2-1-Regel
Die Faustregel ist alt und immer noch richtig:
Der letzte Punkt ist der, an dem es meistens hakt. Eine externe Festplatte, die neben dem Server liegt, hilft gegen einen Plattenausfall. Gegen Feuer, Wasserschaden, Einbruch und Ransomware hilft sie nicht, denn sie ist am selben Ort und oft auch am selben Rechner angeschlossen.
Neuere Fassungen der Regel hängen noch eine Null an: 3-2-1-1-0. Die zusätzliche 1 steht für eine Kopie, die nicht überschrieben werden kann. Die 0 steht für null Fehler beim letzten Rücksicherungstest.
Was Ransomware daran geändert hat
Früher war das Ziel eines Angriffs, deine Daten zu verschlüsseln. Heute ist das erste Ziel, deine Backups zu finden und zu löschen. Erst danach wird verschlüsselt. Wer das nicht bedenkt, hat im Ernstfall eine sehr aufgeräumte Sicherung von nichts.
Deshalb braucht mindestens eine Kopie eine dieser Eigenschaften:
- Unveränderlich, also für einen festgelegten Zeitraum technisch nicht löschbar, auch nicht mit Administratorrechten
- Offline, also physisch getrennt und nur zum Sichern verbunden
- Getrennt verwaltet, also mit eigenen Zugangsdaten, die nicht in deinem Netzwerk liegen
Die zwei Zahlen, die du kennen solltest
Bevor über Technik gesprochen wird, gehören zwei Fragen beantwortet. Sie klingen theoretisch und entscheiden am Ende über alles.
Wie viel Arbeit darf verloren gehen? Wird einmal nachts gesichert, verlierst du im schlimmsten Fall einen Arbeitstag. Für eine Buchhaltung ist das oft tragbar. Für ein Kassensystem nicht.
Wie lange darf der Betrieb stillstehen? Eine Rücksicherung aus der Cloud über eine normale Anschlussleitung kann bei einigen hundert Gigabyte einen ganzen Tag dauern. Wenn du das weißt, ist es eine Planung. Wenn du es am Schadenstag herausfindest, ist es eine Katastrophe.
Aus diesen beiden Antworten ergibt sich, wie oft gesichert wird und wohin. Nicht umgekehrt.
Der Test ist der eigentliche Punkt
Ein Backup gilt bei uns erst dann als vorhanden, wenn es einmal zurückgespielt wurde. Nicht die Meldung „erfolgreich" im Protokoll, sondern eine laufende Maschine aus der Sicherung.
Dabei kommen die Dinge heraus, die man vorher nicht sieht: dass eine Datenbank im laufenden Betrieb inkonsistent gesichert wurde, dass eine Anwendung nach der Rücksicherung eine Lizenz neu anfordert, dass die Zugangsdaten zur Sicherung selbst nur im verschlüsselten Serverlaufwerk lagen.
Mit Veeam lässt sich das automatisieren: Die Sicherung wird regelmäßig in einer abgeschotteten Umgebung hochgefahren und geprüft, ohne dass jemand daran denken muss.
Was du diese Woche tun kannst
Such dir eine Datei aus, die vor drei Monaten existiert hat, und stell sie aus dem Backup wieder her. Nicht die ganze Maschine, nur eine Datei.
Wenn das in unter zehn Minuten klappt, bist du besser aufgestellt als die meisten. Wenn nicht, weißt du jetzt, wo du anfängst.