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Arbeitsplatz

Dateien im Betrieb ordnen

Warum 'Angebot_final_v3_NEU_wirklich.docx' ein Systemfehler ist und nicht ein Fehler der Person, die es benannt hat. Eine Ordnung, die auch nach zwei Jahren hält.

2 Min. Lesezeit Christopher Sakel

Inhalt
  1. Drei Entscheidungen, mehr braucht es nicht
  2. Versionen richtig behandeln
  3. Die Regel, die den Unterschied macht
  4. Was man nicht machen sollte
  5. Was wir dabei tun

Jeder Betrieb hat sie: die Datei Angebot_final_v3_NEU_wirklich.docx. Sie ist kein Zeichen von Schlamperei. Sie ist das Symptom eines fehlenden Systems.

Wo es keine verabredete Ordnung gibt, erfindet jeder seine eigene. Und dann findet niemand etwas, sobald die Person im Urlaub ist.

Drei Entscheidungen, mehr braucht es nicht

1. Ein Ort. Nicht der Server und OneDrive und der USB-Stick und das Mailpostfach. Ein Ort für alles, was geteilt wird. Was auf dem eigenen Rechner liegt, ist privat und darf niemand anders brauchen.

2. Eine Struktur, die dem Ablauf folgt. Ordner nach dem, was passiert, nicht nach Dateityp. Also Kunden/Meier GmbH/2026-03 Dachsanierung/ und nicht Word/, PDF/, Bilder/.

Die einfachste Regel, die funktioniert: Kunde → Projekt → Phase. Wer ein Dokument sucht, weiß fast immer, zu welchem Kunden es gehört.

3. Namen, die von selbst sortieren. Datum voran, im Format JJJJ-MM-TT. Damit sortiert das Dateisystem chronologisch, ohne dass jemand etwas einstellen muss:

2026-03-14 Angebot Dachsanierung.pdf
2026-03-28 Auftragsbestätigung.pdf
2026-04-11 Aufmaß.pdf

Versionen richtig behandeln

_final_v3_NEU entsteht, weil jemand Angst hat, eine ältere Fassung zu verlieren. Diese Angst ist berechtigt, wenn es keine Versionierung gibt.

Nextcloud, SharePoint und die meisten anderen Systeme führen eine Versionsgeschichte: Jede Speicherung ist ein Stand, alte Stände bleiben abrufbar. Wenn das eingerichtet und einmal gezeigt worden ist, verschwinden die Suffixe von allein.

Das Wort „final" gehört in keinen Dateinamen. Es ist nie final.

Die Regel, die den Unterschied macht

Wenn du es niemandem erklären musst, ist es richtig sortiert.

Setz jemanden aus dem Team vor die Ablage und lass ihn eine Datei suchen, die er nicht selbst abgelegt hat. Findet er sie in unter einer Minute, ist die Struktur gut. Braucht er länger oder fragt nach, ist sie es nicht.

Was man nicht machen sollte

Alles auf einmal umräumen. Das Projekt „wir sortieren mal den Server neu" scheitert zuverlässig, weil es nie fertig wird und mittendrin niemand mehr etwas findet.

Der Weg, der funktioniert: Struktur festlegen, ab heute alles Neue dort ablegen, Altes liegen lassen und nur mitnehmen, was man ohnehin anfasst. Nach einem Jahr ist das Alte irrelevant.

Was wir dabei tun

Wir richten die Ablage ein — meist Nextcloud auf unseren Servern —, legen die Struktur mit dir zusammen fest, übernehmen die bestehenden Daten und zeigen es einmal allen. Der letzte Punkt ist der wichtigste: Eine Ordnung, die niemand erklärt bekommen hat, hält keine drei Wochen.

Christopher Sakel

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (IHK). Betreibt Sakel-IT in Uslar und schreibt hier über das, was in der Arbeit immer wieder vorkommt.

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