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Telefonie

SIP-Trunk statt Telefonanlage im Keller

Was ein SIP-Trunk ist, wo der Unterschied zur Cloud-Telefonanlage liegt und warum die Rufnummernmitnahme der einzige heikle Teil am Umstieg ist.

3 Min. Lesezeit Christopher Sakel

Inhalt
  1. Zwei Begriffe, die oft verwechselt werden
  2. Was der Umstieg bringt
  3. Die Rufnummernmitnahme ist der heikle Teil
  4. Was vorher zu klären ist

In vielen Betrieben steht sie noch: ein graues Gerät im Technikraum, dessen Konfiguration niemand mehr kennt, weil die Firma, die es aufgestellt hat, es nicht mehr gibt.

Sie funktioniert, bis sie es nicht mehr tut.

Zwei Begriffe, die oft verwechselt werden

SIP-Trunk ist die Leitung. Er ersetzt den alten ISDN-Anschluss und bringt deine Rufnummern per Internet ins Telefonnetz. Die Anlage bleibt, wo sie ist — sie bekommt nur eine neue Zuleitung.

Cloud-Telefonanlage ist die Anlage selbst, betrieben beim Anbieter. Es steht dann gar kein Gerät mehr im Technikraum.

Welches von beiden richtig ist, hängt davon ab, was du hast. Eine moderne Anlage, die läuft, muss nicht ersetzt werden — die bekommt einen SIP-Trunk und ist damit auf Jahre versorgt. Eine Anlage, die keiner mehr warten kann, ersetzt man besser gleich.

Was der Umstieg bringt

Erreichbarkeit unabhängig vom Ort. Die Büronummer klingelt auf dem Handy, wenn du das willst. Für Betriebe, die zwischen Werkstatt, Baustelle und Büro wechseln, ist das der eigentliche Gewinn.

Skalierung ohne Techniker. Ein Arbeitsplatz mehr ist ein Eintrag in einer Oberfläche, kein Termin.

Keine Hardware, die altert. Eine Anlage im Keller ist ein Gerät mit Netzteil, Lüfter und Firmware, das irgendwann keine Updates mehr bekommt.

Nummern bleiben. Das ist der Punkt, an dem die meisten zögern — und der Punkt, der am wenigsten problematisch ist.

Die Rufnummernmitnahme ist der heikle Teil

Nicht weil sie kompliziert wäre, sondern weil sie Fristen hat. Der abgebende Anbieter muss kündigen, der neue portieren, und beides muss zeitlich zusammenpassen. Wer zuerst kündigt und dann portiert, steht dazwischen ohne Anschluss.

Der richtige Weg: erst den neuen Anschluss bestellen, die Portierung beauftragen und den alten Vertrag durch den neuen Anbieter kündigen lassen. Der Termin wird dann abgestimmt.

Rechne mit zwei bis sechs Wochen Vorlauf. Am Umschalttag selbst dauert die Unterbrechung typischerweise Minuten.

Was vorher zu klären ist

Die Internetleitung. Telefonie über eine Leitung, die ohnehin am Limit ist, wird man hören. Priorisierung im Router ist meist die Lösung, manchmal braucht es eine bessere Leitung.

Der Notruf. Bei IP-Telefonie hängt der Standort für 110 und 112 an einer hinterlegten Adresse, nicht am Kabel. Die muss stimmen und aktuell gehalten werden.

Der Stromausfall. Ein ISDN-Telefon funktionierte, wenn der Strom weg war. Ein IP-Telefon nicht. Für Betriebe, die telefonisch erreichbar bleiben müssen, gehört eine Notstromversorgung für Router und Telefon dazu — oder zumindest eine Weiterleitung aufs Mobiltelefon.

Wir sind easybell-Partner und richten beides ein, SIP-Trunk wie Cloud-Anlage. Was passt, entscheidet sich an dem, was schon da ist.

Christopher Sakel

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (IHK). Betreibt Sakel-IT in Uslar und schreibt hier über das, was in der Arbeit immer wieder vorkommt.

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