Wir betreiben eigene Hardware im Rechenzentrum. Trotzdem raten wir Kunden regelmäßig davon ab, sich einen eigenen Server hinzustellen.
Ein Server ist kein Gerät, das man kauft. Er ist eine Aufgabe, die man übernimmt.
Die drei Gründe, die tragen
1. Die Daten dürfen das Haus nicht verlassen. Personalakten, Konstruktionsdaten, Patientendaten, Auftraggeber mit eigenen Auflagen. Wenn eine vertragliche oder gesetzliche Vorgabe den Speicherort bestimmt, ist die Frage beantwortet.
2. Die Software verlangt es. Ältere Fachsoftware, die eine bestimmte Datenbank oder eine bestimmte Windows-Version braucht. Solche Programme in eine Cloud zu zwingen kostet mehr, als der Server kostet.
3. Die Rechnung dreht sich. Ab einer gewissen Zahl an Nutzern oder einer gewissen Datenmenge wird die monatliche Miete teurer als eine eigene Maschine über fünf Jahre. Diese Schwelle liegt höher, als die meisten denken, aber sie existiert.
Die zwei Gründe, die nicht tragen
„Dann haben wir die Kontrolle." Kontrolle ist gleichbedeutend mit Verantwortung. Wer den Server hat, muss Updates einspielen, Sicherungen prüfen, Zertifikate erneuern und im Fehlerfall am Wochenende da sein. Wenn das niemand macht, ist ein eigener Server unsicherer als ein gemietetes System, um das sich jemand kümmert.
„Das ist auf Dauer günstiger." Nur wenn man vollständig rechnet: Hardware, Ersatzteile, Strom, Klimatisierung, Netzanbindung, Notstrom, Lizenzen, Sicherungsmedien, Arbeitszeit. Die Hardware ist der kleinste Posten.
Was oft übersehen wird
Der Ort. Ein Server im Büro hängt an der Büroleitung, der Bürostromkreis und der Bürotemperatur. Ein Server im Rechenzentrum hat redundante Anbindung, Notstrom und Kühlung. Der Unterschied fällt bei der ersten Störung auf.
Die zweite Maschine. Ein einzelner Server ist ein einzelner Ausfallpunkt. Wer wirklich Ausfallsicherheit braucht, braucht zwei — und dann kippt die Rechnung endgültig.
Die Ablösung. Hardware hält fünf bis sieben Jahre. Danach steht dieselbe Entscheidung wieder an, nur mit Migrationsaufwand.
Der Weg, den wir meistens vorschlagen
Nicht ein Server im eigenen Haus, sondern eine eigene Maschine oder ein abgetrennter Bereich in einem Rechenzentrum, betreut von jemandem, der die Aufgabe übernimmt. Du bekommst die Trennung und den bekannten Speicherort, ohne die Verantwortung für Strom, Kühlung und Nachtdienst.
Genau so betreiben wir es selbst: eigene Hardware in Frankfurter Rechenzentren, eigener IP-Adressraum über die Mitgliedschaft im RIPE NCC. Was das für die Frage nach dem Speicherort bedeutet, steht in Wo steht deine Webseite eigentlich?