Die meisten Betriebe wissen nicht, wo ihre Webseite liegt. Das ist kein Vorwurf — es steht nirgends, und solange alles läuft, spielt es keine Rolle.
Es spielt eine Rolle bei drei Gelegenheiten: wenn die Seite langsam ist, wenn der Datenschutzbeauftragte fragt, und wenn du wechseln willst.
Die drei Stufen
Shared Hosting. Deine Seite teilt sich eine Maschine mit hunderten anderen. Günstig, wartungsarm, und die Leistung hängt davon ab, was die Nachbarn tun. Für eine Visitenkartenseite völlig ausreichend.
Virtueller Server (vServer, VPS). Ein abgetrennter Bereich einer größeren Maschine mit fest zugeteiltem Speicher und Rechenzeit. Du bist für Updates selbst zuständig — oder jemand, den du damit beauftragst.
Dedizierter Server. Eine eigene Maschine. Sinnvoll ab einer bestimmten Last oder wenn Daten das Haus nicht verlassen sollen. Wann sich das lohnt, steht in Wann sich ein eigener Server lohnt.
„Server in Deutschland" ist kein geschützter Begriff
Der Satz steht auf fast jeder Anbieterseite. Er kann heißen:
- Die Maschine steht tatsächlich in einem deutschen Rechenzentrum.
- Die Maschine steht in Deutschland, der Betreiber sitzt aber außerhalb der EU und hat Zugriff.
- Es wird ein Rechenzentrum in Deutschland angeboten, die Vorgabe ist aber ein anderes.
- Die Webseite liegt in Deutschland, die Backups nicht.
Die Frage, die weiterhilft, ist nicht „wo steht der Server", sondern wer kann auf die Daten zugreifen. Ein Anbieter mit Sitz außerhalb der EU kann nach dem Recht seines Landes zur Herausgabe verpflichtet werden, auch wenn die Hardware in Frankfurt steht.
Wie du es selbst herausfindest
Im Terminal:
dig +short deine-domain.de
Die IP-Adresse, die zurückkommt, kannst du bei einem beliebigen Whois-Dienst nachschlagen. Dort steht, welcher Organisation der Adressbereich gehört. Das ist die verlässlichste Auskunft, weil sie aus der Vergabestelle stammt und nicht aus einem Werbetext.
Wie wir es halten
Wir betreiben eigene Hardware in Frankfurter Rechenzentren und beziehen unseren IP-Adressraum als Mitglied direkt vom RIPE NCC, der europäischen Vergabestelle. Der Betreiber des Gebäudes stellt Fläche, Strom und Anbindung. Auf die Inhalte der Systeme hat er keinen Zugriff.
Das ist kein Marketingsatz, sondern in der genannten Abfrage nachprüfbar.