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Zusammenarbeit

Wem gehört deine Webseite eigentlich?

Domain, Hosting-Zugang, Quellcode: Drei Dinge, die dir gehören sollten, und woran du erkennst, ob sie das tun. Mit einer Checkliste für den Anbieterwechsel.

3 Min. Lesezeit Christopher Sakel

Inhalt
  1. 1. Die Domain
  2. 2. Die Zugänge
  3. 3. Der Quellcode
  4. Die Checkliste vor dem Wechsel
  5. Wie wir das halten

Die unangenehmste Frage in unserem Gewerbe stellt sich meistens zu spät: Wenn jemand wechseln will und feststellt, dass er gar nicht kann.

Das passiert selten aus böser Absicht. Es passiert, weil bei der Erstellung niemand darüber gesprochen hat und sich Zuständigkeiten eingeschlichen haben, die dann keiner mehr auflöst. Drei Dinge entscheiden darüber, ob du frei bist.

1. Die Domain

Deine Domain sollte auf dich laufen, nicht auf deinen Dienstleister. Das ist keine Formalie: Der eingetragene Inhaber entscheidet, wohin die Domain zeigt und wer sie übernehmen darf.

Steht dein Dienstleister als Inhaber drin, lass es ändern. Das ist ein Formular, kein Umzug.

2. Die Zugänge

Du brauchst nicht täglich in den Hosting-Zugang. Du brauchst ihn an dem Tag, an dem jemand anders übernehmen soll.

Was du haben solltest:

  • Zugang zum Hosting-Konto, nicht nur zum FTP-Ordner
  • Zugang zur Domainverwaltung
  • Zugang zum Redaktionssystem, falls es eines gibt
  • Zugang zu den Postfächern, inklusive der Verwaltung

Ein Anbieter, der dir das nicht geben will, sagt damit etwas über sein Geschäftsmodell aus.

3. Der Quellcode

Hier wird es feiner. Bei einer individuell gebauten Seite entstehen Urheberrechte, und die liegen zunächst beim Ersteller. Was du bekommst, ist ein Nutzungsrecht. Entscheidend ist dessen Umfang.

Ein brauchbares Nutzungsrecht ist:

  • einfach — du darfst nutzen, der Ersteller darf seine Bausteine weiterverwenden
  • zeitlich und räumlich unbeschränkt — es läuft nicht ab
  • übertragbar auf einen Nachfolger — ein anderer Dienstleister darf daran weiterarbeiten

Was du nicht brauchst, ist ein ausschließliches Recht an allem. Das treibt den Preis und bringt dir nichts, weil du die verwendeten Bibliotheken ohnehin nicht exklusiv bekommen kannst.

Die Checkliste vor dem Wechsel

Wenn du wechseln willst, klär vorher diese fünf Punkte. In dieser Reihenfolge.

  1. Wer ist Domaininhaber? Erst klären, dann alles andere. Ohne Domain nützt der beste Umzug nichts.
  2. Wo liegen die Postfächer? Mails sind meistens wichtiger als die Webseite. Ein Umzug ohne Plan dafür kostet dich echte Nachrichten.
  3. Gibt es ein Backup, an das du selbst kommst? Nicht „es gibt Backups", sondern: Du kannst eines herunterladen.
  4. Was steht im Vertrag zur Kündigung? Besonders bei Baukästen und Wartungsverträgen mit Mindestlaufzeit.
  5. Läuft irgendetwas über ein Konto deines Dienstleisters? SSL-Zertifikate, Google-Konten, Werbekonten. Das sind die Punkte, die beim Wechsel vergessen werden und dann drei Wochen später auffallen.

Wie wir das halten

Die Domain läuft auf dich. Die Zugänge bekommst du bei Übergabe, ohne dass du danach fragen musst. Der Quellcode ist nach Bezahlung uneingeschränkt für den vereinbarten Zweck nutzbar, auch durch einen anderen Dienstleister.

Das steht nicht hier, weil es besonders wäre. Es steht hier, weil es das Gegenteil zu oft gibt.

Christopher Sakel

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (IHK). Betreibt Sakel-IT in Uslar und schreibt hier über das, was in der Arbeit immer wieder vorkommt.

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